In Dresden begannen am Sonntagnachmittag für den SC Preußen vermutlich vorentscheidende Wochen im Kampf um den Klassenerhalt. Vor der Länderspielpause die SG Dynamo auswärts und Magdeburg zuhause, nach dem kurzen Break folgen das Auswärtsspiel bei Holstein Kiel und die Heimpartie gegen Greuther Fürth - die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga hält der Spielplan nun bereit. Der Auftakt vor 30.010 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion misslang allerdings gehörig: Aufgrund einer ähnlich schwachen Halbzeit wie in der Vorwoche gegen Hertha BSC gerieten die Münsteraner früh auf die Verliererstraße und mussten die längste Heimreise der Saison mit einer schmerzhaften 0:6-Niederlage antreten.
Die teils dramatische Personalsituation hatte sich in den zurückliegenden Tagen und Wochen weiter entspannt, sodass nicht nur zahlreiche zusätzliche Optionen zur Verfügung stehen, sondern sogar Härtefall-Entscheidungen bei der Kaderbesetzung getroffen werden mussten. Wieder mit an Bord war an der Elbe Abwehrchef Paul Jaeckel, der neben Jannis Heuer das Innenverteidiger-Duo bildete. Jano ter Horst rechts und Marco Meyerhöfer links komplettierten die Viererkette. Im Mittelfeld rückten Marcel Benger auf der Sechs und Joshua Mees auf der Zehn in die Startelf. Sie bildeten mit Marvin Schulz und Jorrit Hendrix die Raute. Das Angriffsduo bestand aus Oliver Batista Meier und Oscar Vilhelmsson.
Von Beginn an übernahmen aber die Gastgeber das Heft des Handelns im eigenen Stadion, bestimmten die Anfangsphase und lagen nach nicht einmal 20 Spielminuten mit zwei Toren vorn. Unsere Hintermannschaft war weit rausgerückt, ein öffnender Querpass der Sportgemeinschaft reichte um Dynamos Bob Bobzien in Szene zu setzen, der durch die Beine von Preußen-Schlussmann Johannes Schenk zur 1:0-Führung einschob. Nur vier Zeigerumdrehungen später traf Bobzien erneut. Die Hausherren pressten, die Preußen verloren am eigenen Sechzehner den Ball. Dynamo war hellwach und stellte auf 2:0. Die Adlerträger kamen kaum in die Nähe des gegnerischen Tores und kassierten nach einer guten halben Stunde den nächsten Nackenschlag. Ein langer Ball auf Niklas Hauptmann, der am den weit rausgerückten Schenk vorbeischob, reichte, um auf 3:0 zu stellen. Es war eine ernüchternde Leistung im ersten Durchgang.
Mit einem Doppelwechsel (Rondic und Sertdemir für Vilhelmsson und Mees) reagierte das Trainerteam, schon vor dem Seitenwechsel musste der gelbbelastete Marco Meyerhöfer für Babis Makridis vom Feld. Die erhoffte Trendwende gelang aber nicht – im Gegenteil: Hoch effiziente Dresdner knockten die Preußen mit einem Doppelschlag in der 57. und 59. Minute aus. Es war noch nicht der Schlusspunkt hinter einer enttäuschenden Partie. Eine Viertelstunde vor Schluss tankte sich Jason Ceka durch unsere Hintermannschaft und schlenzte den Ball zum 6:0 ins lange Ecke.
Trainer Alexander Ende nach dem Spiel: „Was mir ganz wichtig zu betonen ist: Mir ist bewusst, dass sich viele Fans auf den Weg nach Dresden gemacht haben und viele Stunden auf sich genommen haben. Sie hätten mehr verdient gehabt nach dem Support in dieser Saison – ganz großes Sorry. Es war vieles dabei, was nicht gut genug ist - gerade was die aktuelle Situation betrifft. Wir werden gnadenlos den Finger in die Wunde legen müssen, und schauen, was wir anders machen müssen. So dürfen wir nicht auftreten. Das ist brutal enttäuschend.“
Spieldaten
Aufstellung SGD: Schreiber – Sterner, Pauli, Keller, (Müller, 70.), Rossipal – Wagner, Amoako (Boeder, 75.) – Ceka (Kutschke, 83.), Hauptmann (Hermann, 70.), Bobzien - Vermej (Daferner, 75.)
Aufstellung SCP: Schenk – Ter Horst, Heuer, Jaeckel, Meyerhöfer (Makridis, 39.) – Benger – Schulz (Amenyido, 60.), Hendrix (Koulis, 79.) – Mees (Sertdemir, 46.) – Vilhelmsson (Rondic, 46.), Batista Meier
Tore: 1:0 Bobzien (14.) 2:0 Bobzien (18.) 3:0 Hauptmann (31.) 4:0 Hauptmann (57.) 5:0 Vermeij (59.) 6:0 Ceka (74.)
Gelbe Karten: Amoako / Meyerhöfer, Benger
Schiedsrichter: Jarno Wienefeld
Zuschauer: 30.010